Rezensionen

Rezension zu Der Stadtkannibale

Der Stadtkannibale

Autor: Thomas Reich

Seiten: 136

Verlag: Selfpublisher

Klappentext:

WIE SCHMECKT EIN MENSCH?

Für Andreas ist die familiäre Metzgerei mehr als nur ein Beruf. Getrieben von dunklen Begierden erweitert er seine persönliche Speisekarte. Bald landet das verbotene Fleisch täglich auf seinem Teller. Vorsicht! Nicht jedes Rezept ist zum Nachkochen empfohlen…

Meine Meinung:

In diesem Buch lernen wir Andreas kennen, der als Sohn eines Metzgers  jedes – und damit meine ich wirklich JEDES – Fleisch mal probieren möchte. Wir erfahren ein wenig, wie es in seinem Inneren ausschaut und bekommen vereinzelt Einblicke in sein bisheriges Leben in der Metzgersfamilie. Ich hätte es besser gefunden, wenn der Charakter noch stärker herausgearbeitet worden wäre, sodass man sich besser in die Geschichte hineinversetzen kann.

Leider muss ich sagen, dass mir persönlich eine richtige Story irgendwie fehlte. Ja, er will Fleisch und ja, er holt es sich und es wird genau beschrieben, wie er sich was wo holt. Aber ich finde, dass diese Geschichte noch viel mehr Potenzial hat, als letztenendes umgesetzt wurde.

Gefallen hat mir allerdings die mehr oder weniger unterschwellige Kritik an unserer Gesellschaft: Wir bekommen oft so wenig von dem mit, was sich direkt vor unserer Nase abspielt, weil wir es eventuell gar nicht wahr haben wollen oder eben nicht von unserem natürlichen Trott abweichen wollen. Dies wurde sehr gut umgesetzt.

Das Ende hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht vom Hocker gerissen. Es hat sich einfach nicht passend angefühlt. So abrupt und wage und ich hätte einfach nicht gedacht, dass Andreas so handeln würde.

Schreibstil:

Der Schreibstil von Thomas Reich ist sehr speziell. Es sind kurze, teilweise abgehackt klingende Sätze. Diese Art zu erzählen funktioniert in dieser Geschichte aber doch eigentlich ganz gut. Allerdings gab es oft so (für mich) absurde Themenwechsel von einem Satz zum nächsten, dass ich oft aus dem Lesefluss gerissen wurde.

Cover:

Das Cover ist relativ einfach gehalten, was in diesem Fall zur Geschichte passt. Es verdeutlicht auf subtile Weise, worum es in diesem Buch geht und worauf man sich gefasst machen muss.

Fazit:

Insgesamt ist es doch eher ein kurzweiliges Buch, welches den Leser mal wieder hinter eine mögliche psychische Gestörtheit der Menschen blicken lässt und auch wahre Fans kommen in manchen Szenen auf ihre Kosten. Leider hat mich der Schreibstil nicht ganz überzeugt und auch die Geschichte hinter den Handlungen könnte besser herausgearbeitet sein.

Der Stadtkannibale
Thomas Reich
Selfpublisher
136

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